Der Vorverkauf startet am 1. November 2018

Plakat

 

Farbkonzept für die Kostüme

Jacqueline Kobler ist für die Kostüme von «Ball im Savoy» zuständig, der neuen Produktion der Operette Sirnach, die am 12. Januar 2019 Premiere feiern wird.

Tosca zieht einen Stofffaden hinter sich her – dann wird der Chihuahua von seinem Frauchen Jacqueline Kobler davon befreit und zieht sich unter den Garderobenständer zurück, auf dem grossgeblümte Stoffe drapiert sind. Kobler hat in den letzten Wochen Stoffe zusammengetragen, die für das Sirnacher Ensemble bestimmt sind: Weich fliessende Stoffe für weite Hosen, die ein bisschen an Haremshosen erinnern sollen. Diese weitschwingenden Hosen entsprechen der Mode der 30er-Jahre, in welcher die Handlung der Paul Abraham-Operette angesiedelt ist. «Aus dieser Zeit gibt es nicht viel Theaterkostüme zum Ausleihen», sagt Jacqueline Kobler, «da ist Kreativität gefragt». Und die braucht sie – auch um das Budget nicht zu sprengen. Einzelanfertigungen sind primär nur für die Solisten vorgesehen. Aber auch für Ballett und Chordamen 16 Kostüme, die extra hergestellt werden, um schnelle Umzüge sowie eine Einheit zu gewährleisten.

Pailetten und Spitzenschürzchen
Über 145 Kostüme braucht es, komplett erst mit Schuhen und Accessoires. Da der Chor um acht Mitglieder grösser als ursprünglich geplant ist, sind wie immer Improvisationstalent und gute Kontakte gefragt. Kobler hat einen eigenen Fundus, auf den sie zurückgreifen kann und so hängen in ihrem Zürcher Atelier bereits die ersten zusammengestellten Kostüme. Eine Smokingjacke aus goldfarbenen Pailletten, daneben ein schwarzes Kleid, aus dem sie ein Zimmermädchen machen wird: Aus Spitzenschürzchen, die sie von einer ehemaligen Serviceangestellten erhalten hat, näht sie das Zubehör. Und das Hochzeitskleid von Madeleine wird mit einem Schleier ergänzt, den sie vor Jahren für Fr. 5.- in einem Brocki erstanden hat.

Gesamteindruck
Zuerst hatte sich Jacqueline Kobler mit Regisseur Leopold Huber zusammengesetzt, mit dem sie noch nie gearbeitet hatte. «Es war schnell klar, dass wir die gleiche Wellenlänge haben», freut sie sich. Gemeinsam erstellten sie anhand der Charaktere ein Farb- und Kostümkonzept. «Ich versuche natürlich, historisch korrekte Kleider zu machen». Die konsequente Umsetzung ist jedoch nicht immer möglich. Wichtig ist jedoch der Gesamteindruck und dafür hat Kobler, die in England ihre Gewandmeisterausbildung absolviert hat, ein Auge.

Kostüme sollen helfen
Ein «Kostümspiegel» hilft ihr, die Details und Kosten für jedes Kostüm im Auge zu behalten. Das sei insofern wichtig, als jeder Darsteller rund 3 Kostüme hat, einige 4 oder mehr, so Kobler. «Teilweise müssen nur Einzelteile gewechselt werden», das mache das Umziehen zwischen den Szenen einfacher. Massblätter mit Fotos sämtlicher Solisten, sowie Mitglieder von Chor und Ballett helfen der Kostümbildnerin, die Kleider zusammenzustellen - und v.a. dass die Darsteller sich darin wohlfühlen. «Ich habe mir fürs Massnehmen viel Zeit gelassen», erzählt sie: Zum Beispiel habe sie die bevorzugte Absatzhöhe abgefragt. Schuhe, passend für Füsse und Epoche sind etwas, das man gerne vergisst. «Es bringt nichts, wenn man wegen falscher Schuhe Rückschmerzen bekommt und sich dann nicht natürlich auf der Bühne bewegen und dazu singen kann». In Koblers Augen sollen Kostüme dazu da sein, sich in der Rolle zuhause zu fühlen - und trotzdem ein Gesamtkunstwerk sein.

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Bildlegenden: Jacqueline Kobler ist für die Kostüme des “Ball im Savoy” zuständig. (Bilder: Caro Nadler)

“Ball im Savoy” der Operette Sirnach profitiert von der Förderung durch das MIGROS KULTURPROZENT - einem freiwilligen Engagement der Migros in den Bereichen Kultur, Gesellschaft, Bildung, Freizeit und Wirtschaft”.

Alles unter Dach und Fach für den “Ball im Savoy”

SIRNACH Als Hauptsponsor der neuen Operettenproduktion “Ball im Savoy” konnten wiederum die Raiffeisenbanken der Region gewonnen werden.

Noch ächzt das Land unter der anhaltenden Trockenheit, es ist schon von Dürre die Rede. Wer kann, entflieht dem heissen Asphalt der Städte und sucht Erfrischung in luftigen Höhen oder am Wasser. Auch früheren Generationen war dies nicht fremd - wer es sich leisten konnte, zog in die “Sommerfrische”. Die Rückkehr in die Städte schliesslich war gekennzeichnet von einem gesellschaftlichen Fixpunkt: Der Eröffnung der “Saison” mit Theateraufführungen und Bällen. Ein Ball steht auch in Sirnach auf der Agenda: Der “Ball im Savoy” von Paul Abraham, die neue Produktion der Operette Sirnach. Premiere wird am 12. Januar 2019 sein.

Bekannte Solisten
Bereits vor den Ferien fanden erste Chorproben statt - der neue Dirigent Andreas Signer feierte seinen Einstand - und die Kostümbildnerin Jacqueline Kobler nahm Mass. Das Orchester wird nun nach der Sommerpause das erste Mal proben und auch die Solistinnen und Solisten werden bald ihren Weg nach Sirnach finden. Darunter sind einige alte Bekannte zu finden, wie an der ersten Chorprobe erfreut festgestellt wurde, als Produktionsleiterin Florence Leonetti diese bekanntgab: In den Hauptpartien sind Petra Halper König und Sebastian Brummer zu hören. Weiter wirken mit: Simone Werner, Stefanie Gygax, Giuseppe Spina, Florian Steiner und Bastian Stoltzenburg.

Vergünstigte Tickets
Als Hauptsponsor konnte wie bereits für die letzte Produktion “Maske in Blau” die Raiffeisenbanken der Region gewonnen werden. Unter der Federführung der Raiffeisenbank Regio Sirnach unterstützen die Hinterthurgauer Raiffeisenbanken sowie der Verband der Thurgauer Raiffeisenbanken das Sirnacher Operettenteam. Präsident Otto Noger und Sponsoring-Verantwortlicher Peter Kayser zeigten sich erfreut bei der Vertragsunterzeichnung in der Sirnacher Raiffeisenbank. Dabei klärten sie auch zusammen mit Martin Scheiwiller, Mitglied der Bankleitung, und Fabienne Bretscher, der Leiterin Marketing, weitere Details des Sponsoring-Abkommens. So werden die Raiffeisenbanken wie bereits seit mehr als 20 Jahren ihren Kundinnen und Kunden vergünstigte Tickets abgeben. Zu diesem Zweck sind drei Aufführungen komplett aufgekauft worden.

Grosses Vergnügen
Die Handlung der Operette “Ball im Savoy” ist in Nizza angesiedelt: Frisch vermählt sehen sich Aristide und Madeleine in ein Spinnennetz verwoben, gesponnen aus moralisch nicht immer so ganz astreinen Behauptungen und Motiven. Da marschieren ehemalige Geliebte auf, schüchterne Jünglinge werden verführt und es wird geschwindelt, dass sich die Balken biegen. Diese verwickelte und herrlich anrüchige Handlung verspricht zusammen mit der überaus schmissigen Musik von Paul Abraham allergrösstes Theatervergnügen.

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Bildlegenden:
Links: Otto Noger, Präsident Operette Sirnach, Fabienne Bretscher und Martin Scheiwiller, Raiffeisenbank Regio Sirnach, Peter Kayser, Sponsoring-Verantwortlicher Operette Sirnach.
Rechts: Peter Kayser, Sponsoring-Verantwortlicher Operette Sirnach, Martin Scheiwiller, Raiffeisenbank Regio Sirnach und Otto Noger, Präsident Operette Sirnach, unterzeichnen den Sponsoring-Vertrag.
(Bilder: Caro Nadler) 

 

Erste Proben für „Ball im Savoy“

SIRNACH Die neue Produktion der Operette SIrnach heisst „Ball im Savoy“. An einer ersten Probe lernten knapp 40 Interessierte Sängerinnen und Sänger die schmissigen Lieder von Paul Abraham kennen.

Eine Begrüssung wie nach den Ferien. Lange nicht mehr gesehen, freudiges Wiedersehen, kollegiales Schulterklopfen. Es ist schon eine Weile her seit der Dernière von „Maske in Blau“, der letzten Produktion im Jahr 2016. Nun nimmt man wieder Anlauf für eine neue Zeit des gemeinsamen Singens und Probens auf der Dreitannen-Bühne.
An diesem sommerlichen Montagabend im Pfarreizentrum geht es derweil erst einmal um ganz Rudimentäres. Noten verteilen, das zum Teil neu besetzte OK vorstellen, Regeln durchgeben: Wer jetzt schon weiss, dass er wegen Skiferien an einer Aufführung nicht teilnehmen kann, macht am besten erst gar nicht mit, denn es zählt jeder Einzelne.

Foxtrot und Tango
Für Dirigent Andreas Signer ist es die erste musikalische Gesamtleitung: Er hat den Dirigentenstab von Martin Baur übernommen. Ein Unbekannter ist er nicht mehr, in „Maske in Blau“ hatte er Baur bereits vertreten und Aufführungen dirigiert. Dennoch erzählt er von seinen Ausbildungen und Anstellungen, von seinem privaten Umfeld.

Die Noten sind überschaubar, die Lieder bewegen sich im Ball-Milieu: Foxtrott, Tango. „Heute geht es nur darum, dass Ihr die Musik kennenlernt“, führt Signer in seine Probenarbeit ein. Die Melodieführung der einzelnen Stimmen klingt noch etwas ungewohnt, doch bereits beim ersten vierstimmigen Singen fügt sich alles zu einem ungemein beschwingten und frechen Lied zusammen. „Es ist so schön am Abend bummeln zu gehn“ macht sich bereits als Ohrwurm verdächtig.

Art Déco und Bauhaus
Die Zeit bis zur Premiere scheint noch lange, dennoch ist auch bereits Kostümbildnerin Jacqueline Kobler anwesend. Der Reihe nach gehen die Sängerinnen und Sänger während der Probe hinaus zu ihr, lassen sich fotografieren, Mass nehmen. Nebst den üblichen Massen wird auch der Kopfumfang gemessen, es wird kontrolliert, ob Ohrlöcher vorhanden sind, die Lieblingsabsatzhöhe abgefragt. Kostüme und Bühnenbild werden im Umfeld der 20er-Jahre sein, Art Déco, Bauhaus, viel schwarz- weiss. Ein erstes Bild der Bühne, das Produktionsleiterin Florence Leonetti in der Pause präsentiert, ruft bereits ein begeistertes „Ooooh“ hervor.

Liebe und Missverständnisse
Die Handlung von „Ball im Savoy“ ist nicht anspruchsvoll, höchstens verwirrend - dafür umso unterhaltsamer, denn die Verwicklungen um Liebe und Missverständnisse geben Raum für zahlreiche Slapsticks und vergnüglichen Spass. Für die Regie konnte wieder Leopold Huber gewonnen werden. Die Premiere von „Ball im Savoy“ findet am Samstag, 12. Januar 2019, im Dreitannen-Saal statt. Der Vorverkauf beginnt im Herbst (operette-sirnach.ch).

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Ball im Savoy: Liebe und Lust zwischen Tango und Jazz

Anfangs Jahr wurde die Stückwahl der Operette Sirnach für die nächste Saison präsentiert: Mit dem „Ball im Savoy“ von Paul Abraham wird ab Januar 2019 die Serie von modernen und zugleich traditionell ausgerichteten Operetten aus den 30er Jahren fortgesetzt. Mittlerweile stehen die künstlerische Leitung und das Sujet fest – Zeit für ein Zwischenresümee.

Der Kern des Stücks widmet sich der wichtigsten Nebensache der Welt: der Liebe – gepaart mit Eifersucht, Herzschmerz und flammenden Bedürfnissen. Die Verwechslungskomödie kreist um Seitensprung, Treue, Doppelmoral und hinterfragt das vermeintliche Eheglück. Der Librettist Alfred Grünwald verstand es exzellent, Handlung und Revue miteinander zu verbinden. „Ball im Savoy“ bietet Situationskomik, halsbrecherische Story-Wendungen und ein einmaliges Revuefeuerwerk. Die Operette wurde im Dezember 1932 uraufgeführt und galt als absoluter Hit. Drei Monate später wurden die Aufführungen durch die neuen Nationalsozialistischen Machthaber verboten.

Der Wendepunkt zum Musical
Dass das Stück den Nazis missfallen würde, war abzusehen: Mit den jazzigen Elementen hatte Abraham eine Revue geschaffen, die für Modernität und Weltoffenheit stand. „Ball im Savoy“ ist die letzte freizügige Operette einer Zeit, die zu Ende geht. Unter dem Einfluss der amerikanischen Revue und des Films veränderten sich in den 20er Jahren sowohl die Handlungskonstruktion wie auch die musikalische Architektur der Operette. Die 3-aktige Form wurde aufgelöst, die Erzählweise filmisch – die Grundlage für den Musikfilm und das Musical war geboren.

Die künstlerische Leitung steht fest
Bereits sind alle Schlüsselstellen für die anstehende Saison besetzt: Mit Leopold Huber, Regie, und Florence Leonetti, Produktionsleitung, engagieren sich zwei alte Operettenhasen für eine erfolgreiche Realisation. Mit Andreas Signer konnte ein junger Dirigent für die musikalische Leitung gewonnen werden. Er tritt die Nachfolge des langjährigen Verantwortlichen Martin Baur an und weiss, dass es sehr grosse Fussstapfen zu füllen gilt. Dazu Otto Noger, Präsident der Operette Sirnach: “Martin Baur hat immenses für die Operette Sirnach geleistet. Aufgrund der langjährigen Verdienste, und mit viel Respekt gegenüber dem Geleisteten, wurde auch er in den Findungsprozess mit eingebunden.“ Der Vorstand ist überzeugt, dass mit Andreas Signer der ideale Nachfolger gefunden wurde.