Zum Stück

Liebe und Lust zwischen Tango und Jazz

«BALL IM SAVOY» – Operette von Paul Abraham Libretto Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda Uraufführung am 23. Dezember 1932 in Berlin

Aristide ist mit seiner Gattin Madeleine von der Hochzeitsreise nach Nizza zurückgekehrt und findet ein Telegramm seiner Ex-Geliebten Tangolita vor. Die besteht auf Einlösung eines Versprechens noch in derselben Nacht: einem Souper im Hotel Savoy. Aristides Freund, der türkische Attaché Mustafa Bey, ersinnt einen Plan, wie das Tête-à-tête ohne öffentliches Aufsehen zu absolvieren wäre. Madeleine durchschaut die Machenschaften der beiden Männer und geht maskiert zum Ball im Savoy, wo sie prompt vom eigenen Mann angebaggert wird. Als er zum Séparée-Date mit Tangolita verschwindet, schnappt sich die düpierte Gattin ihrerseits einen Verehrer. Dann geht die Post ab...

Als Verwechslungskomödie kreist die Geschichte um Seitensprung, Treue, Doppelmoral und hinterfragt das vermeintliche Eheglück.

Paul Abraham komponierte eine mitreissende Mischung aus Jazz, Blues und wienerischem Schmelz, gemixt mit ungarischem Flair. Mit so bekannten Melodien wie «Es ist so schön, am Abend bummeln zu geh’n», «Wenn wir Türken küssen» und «Bist du mir treu?» zieht er das Publikum in seinen Bann. Dabei wartet er mit in der Operette unüblichen schrägen Harmonien auf. Tat er dies, um Elemente der zeitgenössischen Musik in die Operette zu bringen? Oder spürt diese Musik die Zerstörungen des aufziehenden Nationalsozialismus?

Dass das Stück den Nazis missfallen würde, war abzusehen: Mit den jazzigen Elementen hatte Abraham eine Revue geschaffen, die für Modernität und Weltoffenheit stand. «BALL IM SAVOY» ist die letzte freizügige Operette einer Zeit, die zu Ende geht. Die überdrehten Finali sind die Musik für den letzten Tanz auf dem Vulkan.

Aufführungsrechte: Verlag Josef Weinberger Ltd., London
Vertretung für die Schweiz: Musikverlag und Bühnenvertrieb Zürich AG, Zürich