Proben in der Festtagszeit für glamouröse Inszenierung

Während die Welt in Weihnachts- und Jahreswechselseligkeit schwelgte, lebte man im Sirnacher Dreitannensaal in einer anderen Realität: Die finalen Proben für “Ball im Savoy” entführen in eine glamouröse 30er-Jahr Gesellschaft und geben den letzten Schliff für die Spielsaison 2019

Es ist das typische Probenambiente. Bevor der Chor seinen ersten Einsatz hat, muss eingesungen werden – so leichtfüssig die Lieder wie “Es ist so schön am Abend bummeln zu geh’n” daherkommen, sie erfordern dennoch aufgewärmte Stimmbänder. Korrepetitorin Oxana Peter aktiviert mit den Übungen das Zwerchfell, trainiert die Stimmbänder. Die Solisten sitzen noch im Saal, blättern im Notentext und nippen an einem Tee, eine Harfe steht eingehüllt in einer Ecke. Derweil bespricht Regisseur Leopold Huber mit Daniel Gründler Änderungswünsche und Details in der Beleuchtung – gerade der Beginn der Operette spielt in der Lagunenstadt Venedig: Honeymoon-Romantik, das erfordert Fingerspitzgenfühl, um ein stimmiges Lichtambiente zu schaffen.

Lebendige Inszenierung
Nachdem Choreografin Jasmin Hauck dem Chor noch ein paar Anweisungen gegeben hat, greift Oxana Peter in die Tasten und die Ouvertüre beginnt. Ein Brautpaar betritt die Bühne, ist in wunderschönes Violettrosa Licht getaucht. Der Chor erscheint, mit minutös eingeübtem Timing wird Porzellan zerdeppert und anschliessend dem jungen Paar gratuliert – ein Hochzeitsfotograf darf auch nicht fehlen. Zu ihrem ersten Duett schippern Petra Halper König und Sebastian Brummer anschliessend in einer Gondel durch die Lagune, springen kurzerhand ins Wasser und schwören sich ewige Treue. Die pantomimischen Gesten dieses Schwimmduetts lassen auf eine überaus vergnügliche und lebendige Inszenierung schliessen. Mehr sei noch nicht verraten.

Blick in die finalen Proben zum “Ball im Savoy”. Am 12. Januar startet die Spielsaison 2019 mit der heissWaffen der Frau
Dass es mit Liebesschwüren so eine Sache ist, zeigen unzählige Romane, Dramen – und Operetten. Auch in der diesjährigen Produktion der Operette Sirnach hält man es damit nicht allzugenau – zumindest wird die Treue des Partners allzuschnell in Zweifel gezogen: Nach der Hochzeitsreise wird der frischgebackene Ehemann Aristide von einer ehemaligen Geliebten aufgefordert, ein Versprechen einzulösen: Ein Souper noch in der selben Nacht im Hotel Savoy. Unterstützung erhält er dabei von einem Freund. Seine Frau Madeleine will diesen Plan durchkreuzen, erscheint verkleidet im Hotel – und wird prompt vom eigenen Ehemann umworben. Selbstverständlich greift sie zu eigenen Waffen ... Turbulent wird es zu und her gehen, darüberhinaus verspricht das Ambiente eines Grand Hotels zusammen mit der Musik Paul Abrahams, die seinerzeit grösste Erfolge feierte, einen mehr als vergnüglichen Theaterabend.