Andreas Signer auf Kurs für den „Ball im Savoy“

Erstmals hat Andreas Signer die musikalische Gesamtleitung der neuen Produktion der Operette Sirnach inne und tritt damit in die Fussstapfen von Martin Baur.

Andreas Signer ist in der Region kein Unbekannter. Als Musiklehrer ist er in Wil, Frauenfeld und im Hinterthurgau tätig und dirigiert die Stadtharmonie Wil. Sein Instrument ist die Posaune: Nach dem Lehrdiplom besuchte er Meisterkurse bei international arbeitenden Musikern. 2009 schliesslich absolvierte er sein Nachdiplomstudium an der Zürcher Hochschule der Künste in Orchester- und Chordirektion. Auch wenn „Ball im Savoy“ seineerste eigene Bühnenproduktion ist: Erfahrungen durfte er bereits sammeln, als er im Jahr2016 Martin Baur bei der musikalischen Leitung von „Maske in Blau“ assistierte.

Leidenschaft für die Musik
In weiteren vier Produktionen lernte er Baurs Arbeitsweise und das Theaterleben als Posaunist im Sirnacher Orchester kennen. Jetzt selbst am Dirigentenpult zu stehen und die Verantwortung für die musikalische Gesamtheit zu tragen bezeichnet Signer als eine grosse Ehre. Dennoch, er nimmt es nicht auf die leichte Schulter: „ich durfte Martin Baurs Leidenschaft für die Musik und die Operette Sirnach spüren. Nun ist es an mir, dieses „feu sacré“ zu tragen und die Personen damit zu entflammen“.

Alle ziehen am gleichen Strick
Aufregung gehört dazu. Als er 2016 zwei Aufführungen leiten durfte, erlebte er dies als puren Adrenalin-Stoss. Nun aber erlaubt ihm seine Position eine ruhigere Herangehensweise: Im Mai fand bereits das Kennenlernen mit dem Chor statt, im September die ersten Orchesterproben. Dann kam der erste Schub, als es mit den Regieproben losging: „Es lag ein Kribbeln in der Luft, das alle angesteckt hat“. Wenn dann das Orchester dazu stösst, giltes, die Kontrolle über 20 MusikerInnen, 30 ChorsängerInnen und 8 Solistinnen und Solisten zu behalten. „Es braucht eine gute Präsenz“, kommentiert Signer diese Aufgabe. Dass alle am gleichen Strick ziehen, hilft natürlich ungemein. Trotzdem: „Ganz ehrlich, ich bin aufgeregt. Aber noch mehr freue ich mich auf all die tollen Erfahrungen“.

Spritziger Abend
Andreas Signer (links) bei den Gesamtproben im Sirnacher Dreitannen-Saal (Bild: Caro Nadler)Die Musik Paul Abrahams befreite seinerzeit das Operettengenre von Staub und Patina. Jazzige Rhythmen und Harmonien brachten frischen Wind und wurden begeistert aufgenommen - auch, wenn alles mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten zu einem jähen Ende kam. Seit einigen Jahren erfahren die Werke Abrahams aber wieder einezunehmende Beliebtheit, darunter Werke wie „Blume von Hawaii“ und „Victoria und ihr Husar“.

Die ursprüngliche Spieldauer des „Ball im Savoy“ von rund vier Stunden musste freilich heruntergekürzt werden. „Streichen ist immer unangenehm, man möchte Orchester und Chor ja etwas zu tun geben“, so Signer. Da er aber genau wie Regisseur Leopold Hubereinen unterhaltsamen Abend für das Publikum anstrebt, konnten beide einen guten Fluss im Gesamtbild erhalten, der Spritz und Unterhaltung verspricht.

Vor der Weihnachtspause finden bereits die ersten Gesamtdurchlaufproben statt, bevor am 7. Januar das Orchester dazu stossen wird. Die Premiere ist am Samstag, 12. Januar 2019.