Geschichte

85 Jahre und kein bisschen leise
von Philipp Müggler, Ehren-Präsident


Eine spontane Idee, nämlich die, in Sirnach Theater zu spielen, wird 85 Jahre alt. Dies hätten sich die Gründerväter, einige Mitglieder des Männerchores, sicherlich nicht träumen lassen, dass aus ihrem Spiel von damals eine so grosse Theatergesellschaft mit über 200 Helfern auf, vor und hinter der Bühne entstehen würde.

Wurden zu Beginn vor allem Sprechtheater zum Besten gegeben, wurde 1955 die erste Operette aufgeführt. Sicher war dies dem Umstand zu verdanken, dass der damalige Präsident Johann Sennhauser und der musikalische Leiter Hans Baur neue Wege des Theaterspielens suchten.

Für die erste Operettenproduktion "Der Fidele Bauer" setzte sich nicht nur der Männerchor voll ein, sondern auch die Mitglieder des Kirchenchores und verschiedene Freiwillige.

Dank der grossen Unterstützung in der Bevölkerung und den unzähligen Helfern, die zum Teil auch finanzielle Sicherheit garantierten, konnte das Unternehmen Theatergesellschaft Sirnach schnell wachsen. Immer ein wenig aufwändiger und ausgefeilter wurden die folgenden Produktionen. Zum 50-Jahr-Jubiläum wurde "Der Zigeunerbaron" von Johann Strauss gespielt.

Unter der neuen Leitung des Präsidiums durch Werner Zweifel begann man auch weniger bekannte Stücke in den Spielplan aufzunehmen. Dadurch wurden auch die Anforderungen an die Infrastruktur auf und hinter der Bühne immer grösser. Als dann im Jahre 1986 mit der Aufführung der "Gräfin Mariza" das neue Gemeindezentrum "Dreitannen" eingeweiht wurde, waren die Voraussetzungen für weitere erfolgreiche Inszenierungen der Sirnacher Theatergesellschaft nahezu perfekt.

Als Roman Müggler 1988 die Leitung des Präsidiums übernahm, begann wieder ein neuer Abschnitt. Die Produktionen hatten mittlerweile ein bemerkenswert hohes Niveau erreicht. Werbung und Marketing waren gefragt. Das Publikum, verwöhnt von Fernsehen und besten Tonträgern, wurde kritischer. Bühnenbilder, Beleuchtungstechnik, Kostüme und Maske wurden nebst der gut gespielten Theaterkunst sehr wichtig, ebenso das übergreifende Engagement aller Beteiligten.

Seither wurde weiterhin regelmässig Operetten gespielt, wobei sich bekannte Werke mit weniger bekannten Stücken abwechselten. „Eine Nacht in Venedig“ 2001mit über 20'000 Besuchern stellte dabei zweifellos einen Höhepunkt dar. Mit „Die Herzogin von Chicago“ 2010 brachte die Operette Sirnach erfolgreich ein Stück von Emmerich Kálmán auf die Bühne, welches zu Unrecht viele Jahre als vergessen galt. Ein Höhepunkt dabei war der Besuch der Tochter des Komponisten an der Dernière.

An der Generalversammlung der "Theatergesellschaft" 2011 wurden neue Statuten genehmigt und der Name des Vereins auf die besser bekannte Bezeichnung "Operette Sirnach" geändert.

Die zeitgenössischen Operette "Viktoria und ihr Husar", die als ein Vorläufer des Musicals angesehen wird, schloss 2013 in ihrer Art an die "Herzogin von Chicago" an.
Bekannte Melodien wie "Meine Mama war aus Yokohama", "Reich mir zum Abschied noch einmal die Hände", "Ja so ein Mädel, geht mir nicht aus dem Schädel", "Mausi, süß warst Du heute Nacht" und "Pardon Madame" konnten das Publikum begeistern. Die farbenprächtig und abwechslungsreich gestaltete Inszenierung sowie das modern gestaltete Bühnenbild mit Filmeinspielungen als Hintergrund vermittelten einen neuzeitlichen Eindruck. Mit dieser Produktion konnten auch zwei kleine Jubiläen gefeiert werden. Einerseits war des die 20. Operettensaison in Sirnach seit 1955 und andererseits die 10.Produktion unter dem musikallischen Leiter Martin Baur.
Es war wiederum eine schöne, unvergessliche Zeit für alle Beteiligten und das Publikum.

Mit der "Maske in Blau" steht 2016 wiederum eine eher selten gespielte Operette der letzten Generation auf dem Programm. Die zügigen Schlagermelodien der 30er und 40er Jahre können bestimmt auch ein jüngeres Publikum begeistern.

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