Fred RaymondFred Raymond (1900-1954)
geboren am 20. April 1900 in Wien (Österreich)
gestorben am 10. Januar 1954 in Überlingen am Bodensee (Deutschland)
begraben in Überlingen am Bodensee (Deutschland)

Am 20. April 1900 wird in Wien Fred Raymond (eigentl. Friedrich Vesely) geboren. Raymond wird auf Wunsch seines Vaters, der aus einer böhmischen Musikerfamilie stammt, Bankbeamter. Vom Talent ist er aber für die Musik bestimmt, und so wendet er sich bald der leichten Muse zu.

Als Chansonnier am Flügel tritt er ähnlich wie Ralph Benatzky mit eigenen Liedern in Kabaretts auf. Der Textdichter Fritz Grünbaum fördert den begabten jungen Künstler und Fred Raymond revanchiert sich 1924 mit einer kleinen Revue, welche seinen ersten Schlager "Ich hab' das Fräul'n Helen baden 'seh'n" enthält. Sein grösster Erfolg aus dieser Zeit "Ich hab' mein Herz in Heidelberg verloren" wird zu einem Welthit und beweist Raymonds aussergewöhnliche Fähigkeiten im Erfinden von leicht ins Ohr gehenden Melodien. Leider verkauft er das Lied für nur 300 Mark an den Boheme-Verlag und ist damit am finanziellen Gewinn nicht beteiligt. Das schmerzt den ehemaligen Banker sehr und er schreibt um den Schlager ein ganzes Singspiel. Seine Rechnung geht auf, nicht nur für ihn, sondern auch für die Wiener Volksoper, an der die Operette 1927 herauskommt und mit über 700 Vorstellungen zum Kassenschlager wird.

Fred Raymond übersiedelt nach Deutschland und versucht mit "Die Jungfrau von Avalon" (1929) und "Der Königsleutnant" (1932) an seinen frühen Erfolg anzuschliessen. Am Berliner Metropol-Theater beginnt mit "Lauf ins Glück" (1934) eine Erfolgserie, der nach "Ball der Nationen" (1935), "Auf grosser Fahrt" (1936) und "Marielu" (1936) mit "Maske in Blau" (1937) ihren Höhepunkt erreicht. Für diese Operette schreibt Fred Raymond gleich 7 Nummern, die alle sofort zu Schlagern werden.

Nach dem Erfolg von "Maske in Blau" schreibt er noch eine Anzahl weiterer Operetten, von denen "Saison in Salzburg" (1938) am bekanntesten ist. Aber auch "Die Perle von Tokay" (1941), "Konfetti" (1948) und besonders "Geliebte Manuela" (1951) bergen noch Schätze herrlicher Operettenmusik.

Der II. Weltkrieg bedeutete für Fred Raymond als lebensfrohen Menschen einen schmerzlichen Einschnitt. Er wird eingezogen und soll eine Durchhalte-Operette schreiben, woraus aber nichts wird. Ein einziger Schlager wird noch sehr populär, "Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei". Als aber die Menschen darauf reimen "selbst Adolf Hitler und seine Partei" wird er verboten.

Ab 1951 lebt Fred Raymond in Überlingen am Bodensee. Am 10. Januar 1954 stirbt er hier an einem Herzschlag.

Werke
Lauf ins Glück (1934)
Ball der Nationen (1935)
Fahrt ins Abenteuer (1935)
Auf großer Fahrt (1936)
Marielu (1936)
Maske in Blau (1937)
Saison in Salzburg, auch Salzburger Nockerln (1938)
Die Perle von Tokaj (1941)
Konfetti (1948)
Flieder aus Wien (1949)
Geliebte Manuela (1951)
Link: www.fredraymond.org
Quelle: www.operetten-lexikon.info

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